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Wissen

Wandfarben verstehen

Dispersion, Silikat, Kalk oder Latex – und was die Klassen für Deckkraft und Nassabrieb auf dem Eimer wirklich bedeuten.

Cartoon zum Thema Wandfarben verstehen

Dispersionsfarbe

Der Standard für Innenwände: wasserverdünnbar, leicht zu verarbeiten und auf fast allen tragfähigen Untergründen einsetzbar. Das Bindemittel ist Kunstharz, das einen Film bildet. Die Qualität schwankt stark, deshalb lohnt der Blick auf die Klassen nach DIN EN 13300.

Silikatfarbe

Verbindet sich chemisch (verkieselt) mit mineralischen Untergründen wie Kalk- oder Kalkzementputz. Sehr diffusionsoffen und durch ihre Alkalität schimmelhemmend. Auf Dispersionsanstrichen, Gips oder Holz hält reine Silikatfarbe schlecht; Dispersionssilikatfarbe ist hier toleranter. Sie ist ätzend – Augen, Glas und Fliesen schützen.

Kalkfarbe

Klassische Farbe für Altbau und Kalkputz: sehr atmungsaktiv, alkalisch und dadurch schimmelhemmend. Sie deckt oft erst nach zwei bis drei Anstrichen und kann leicht abfärben. Auf Dispersionsanstrichen und Gipsplatten hält sie ohne Vorbehandlung meist nicht.

Latexfarbe

Bildet eine dichte, abwaschbare und oft leicht glänzende Oberfläche. Früher beliebt für Küchen und Treppenhäuser, heute erreichen hochwertige Dispersionsfarben ähnliche Werte. Nachteil: kaum diffusionsoffen, und spätere Überstriche haften schlechter.

Deckvermögen

Nach DIN EN 13300 gibt es die Klassen 1 bis 4, wobei Klasse 1 am besten deckt. Die Klasse gilt immer für eine bestimmte Ergiebigkeit, die auf dem Eimer steht (Quadratmeter pro Liter). Eine Klasse 1 bei geringer Ergiebigkeit kann also mehr Farbe verbrauchen als gedacht.

Nassabriebklasse

Die Klassen 1 bis 5 beschreiben, wie gut die Farbe feuchtes Reinigen verträgt; Klasse 1 ist am robustesten. Für Flure, Kinderzimmer und Küchen sind Klasse 1 oder 2 sinnvoll, für Schlafzimmer und Decken reicht meist Klasse 3. Klassen 4 und 5 sind kaum abwischbar.

Glanzgrad

Die Norm unterscheidet von stumpfmatt über matt und mittleren Glanz bis glänzend. Matte Farben verzeihen Unebenheiten und Ansätze, glänzende betonen sie, sind aber leichter zu reinigen. Für Wohnräume ist matt oder stumpfmatt üblich.