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Altbausanierung

Alte Leitungen erkennen (Blei, Stoffkabel)

Bleirohre und veraltete Elektroleitungen im Altbau erkennen – damit du weißt, wann du einen Fachbetrieb brauchst.

Elektrikerin schaut mit großen Augen in einen alten Sicherungskasten voller Porzellansicherungen, die wie ein Museumsexponat mit kleinem Schild und rotem Absperrband dastehen.
Schwierigkeit
leicht
Zeitaufwand
30–60 Min.
Kostenrahmen
0–50 € (ggf. Wasseranalyse)
Schritte
8

Kann ich das selbst machen?

Ampel rot: Nur erkennen und dokumentieren. Arbeiten an Trinkwasserleitungen gehören zu einem eingetragenen Installateur, an der Elektroinstallation nur zu einer Elektrofachkraft. Mieter: Verdacht dem Vermieter schriftlich melden.

Werkzeug

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  • Magnet
  • Handykamera
  • Saubere Flasche für eine Wasserprobe (vom Labor)

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Schritt für Schritt: Alte Leitungen erkennen (Blei, Stoffkabel)

  1. Wasserleitung finden

    Sieh dir die Leitung am Wasserzähler, im Keller und unter Spüle oder Waschbecken an. Am Hausanschluss und Zähler ist sie meist am besten sichtbar.

  2. Bleirohr erkennen

    Bleirohre sind matt grau, oft leicht verbeult und an Verbindungen zu dicken Wülsten verlötet statt verschraubt. Ein Magnet haftet nicht. Kratzt man vorsichtig, glänzt die Stelle silbrig.

  3. Von anderen Rohren unterscheiden

    Verzinkter Stahl ist härter, hat Gewinde und ein Magnet haftet. Kupfer ist rötlich, Kunststoff glatt und oft weiß oder grau. Bei Unsicherheit Foto machen und den Installateur fragen.

  4. Wasser untersuchen lassen

    Eine Laboranalyse auf Blei schafft Klarheit, auch wenn die Leitung in der Wand verschwindet. Die Probe nach Anweisung des Labors nehmen. Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Blei liegt derzeit bei 10 Mikrogramm pro Liter; ab dem 12. Januar 2028 sinkt er auf 5 Mikrogramm pro Liter.

  5. Bis zum Austausch handeln

    Bei Bleiverdacht kein Leitungswasser für Säuglingsnahrung und nicht für Schwangere verwenden. Abgestandenes Wasser vor Gebrauch ablaufen lassen, bis es spürbar kühler kommt. Abkochen hilft gegen Blei nicht.

  6. Alte Elektrik erkennen

    Hinweise sind stoffummantelte Kabel, Leitungen nur mit zwei Adern ohne grün-gelben Schutzleiter, Schraubsicherungen aus Porzellan, fehlender Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) und Steckdosen ohne Schutzkontakte.

  7. Nur schauen, nicht öffnen

    Sicherungskasten und Steckdosen nicht öffnen oder Kabel freilegen. Ein Blick auf die sichtbaren Teile und Fotos genügen für die Einschätzung.

  8. Fachbetrieb beauftragen

    Mit deinen Fotos können Installateur und Elektrofachkraft den Zustand prüfen und einen Austausch planen. Bei alter Elektrik ist ein E-Check eine sinnvolle erste Bestandsaufnahme.

Typische Fehler

  • Bleirohre selbst kürzen, abklemmen oder mit neuen Rohren verbinden.
  • Wasser abkochen und glauben, das Blei sei damit entfernt.
  • An Stoffkabeln oder alten Sicherungskästen selbst Steckdosen nachrüsten.
  • Nur einzelne Leitungsstücke tauschen und alte Bleiabschnitte in der Wand lassen.

Profi-Tipps

  • Nach der Trinkwasserverordnung mussten Bleileitungen bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Hausbesitzer sollten einen Austausch also nicht weiter aufschieben.
  • Viele Wasserversorger und Gesundheitsämter nennen geeignete Labore für eine Bleianalyse.
  • Bei einer Sanierung Wasser- und Elektroleitungen zusammen planen – dann müssen Wände nur einmal geöffnet werden.

Sicherheit

  • Blei schädigt vor allem bei Kindern und Ungeborenen die Entwicklung des Nervensystems.
  • Alte Elektroleitungen ohne Schutzleiter und ohne FI-Schutzschalter bieten kaum Schutz vor Stromschlag – keine Geräte mit Metallgehäuse im Bad oder in feuchten Räumen betreiben, bis geprüft ist.
  • Brandgeruch, heiße Steckdosen oder Schmorspuren: Sicherung ausschalten und Elektrofachkraft rufen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Immer. Trinkwasserleitungen tauscht ein eingetragener Installateur, Elektroleitungen eine Elektrofachkraft bzw. ein eingetragener Elektroinstallationsbetrieb. Ein Leitungstausch im Altbau kostet je nach Umfang oft mehrere Tausend Euro.