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Altbausanierung

Innendämmung mit Kalziumsilikat

Außenwände im Altbau von innen mit kapillaraktiven Kalziumsilikatplatten dämmen – wenn außen nicht gedämmt werden kann oder darf.

Heimwerker klebt stolz die letzte Dämmplatte an, und das Zimmer ist dabei so geschrumpft, dass das Sofa nur noch hochkant hineinpasst.
Schwierigkeit
schwer
Zeitaufwand
2–4 Tage pro Raum
Kostenrahmen
60–120 € pro m² Material
Schritte
10

Kann ich das selbst machen?

Ampel gelb: Für erfahrene Heimwerker machbar, wenn vorher geklärt ist, dass die Wand trocken ist und eine Innendämmung passt. Planung möglichst mit Energieberater oder Fachbetrieb; bei Fachwerk und Holzbalkendecken unbedingt. Mieter: nur mit Zustimmung des Vermieters.

Werkzeug

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Material

  • Kalziumsilikatplatten (meist 30–60 mm, laut Planung)
  • Systemkleber (mineralisch)
  • Laibungsplatten und ggf. Dämmkeile
  • Systemspachtel und Armierungsgewebe (wenn vom System vorgesehen)
  • Grundierung laut System
  • Kalk- oder Silikatfarbe

Schritt für Schritt: Innendämmung mit Kalziumsilikat

  1. Eignung prüfen

    Die Außenwand muss trocken und vor Schlagregen geschützt sein. Keine Innendämmung auf dauerhaft feuchte Wände, Kellerwände mit Erdkontakt oder Wände mit Holzbalkenköpfen ohne fachliche Prüfung.

  2. Dämmdicke planen

    Kalziumsilikat wird meist in 30–60 mm verbaut. Dicker ist nicht automatisch besser, weil die Wand dahinter kälter wird. Die Dicke lässt du dir am besten von einem Energieberater bestätigen.

  3. Untergrund freilegen

    Tapeten, Dispersionsfarbe, Fliesen und Gipsputz mit dichter Beschichtung entfernen. Die Platte muss direkt auf mineralischem, tragfähigem Putz oder Mauerwerk sitzen. Unebenheiten über etwa 5 mm ausgleichen.

  4. Leitungen klären

    Steckdosen und Leitungen in der Außenwand möglichst vermeiden oder vorher von einer Elektrofachkraft versetzen lassen. Heizkörper müssen meist abgenommen und mit längeren Haltern neu montiert werden.

  5. Platten zuschneiden

    Platten mit grober Säge zuschneiden. Sie sind spröde – auf ebener Unterlage arbeiten, Kanten nicht abbrechen. Je nach System Platten vorher grundieren oder anfeuchten.

  6. Vollflächig kleben

    Kleber mit der Zahnkelle auf Wand und Platte auftragen und die Platte einschieben. Sie muss ohne Hohlraum aufliegen – Hohlräume hinter der Platte sind die größte Fehlerquelle, weil sich dort Tauwasser sammeln kann.

    WANDSCHNITT außen innen Kalziumsilikat 30–60 mm Kleber vollflächig Altputz mineralisch Farbe diffusionsoffen keine Hohlräume! Mauerwerk
  7. Im Verband setzen

    Platten von unten beginnend versetzt verlegen, Stoßfugen dicht und mit Kleber gefüllt. Keine durchgehenden Kreuzfugen.

  8. Anschlüsse ausbilden

    Fensterlaibungen mit dünnen Laibungsplatten dämmen. An einbindenden Innenwänden und Decken je nach Planung Dämmkeile oder Flankendämmung setzen, um Wärmebrücken zu entschärfen.

    GRUNDRISS Außenwand Innendämmung Länge laut Planung Dämmkeil Innenwand
  9. Oberfläche herstellen

    Nach Trocknung laut Herstellerangabe spachteln, wenn vorgesehen mit Gewebe. Anschließend nur mit diffusionsoffener Farbe (Kalk- oder Silikatfarbe) streichen.

  10. Nutzung beachten

    Möbel nicht dicht an gedämmte Wände stellen, keine dichten Tapeten oder Vinyl aufbringen. Für Bilder und Regale spezielle Dämmstoffdübel oder Durchsteckbefestigungen nehmen.

Typische Fehler

  • Platten nur punktweise kleben – hinter der Platte entsteht ein Hohlraum mit Tauwasser.
  • Alte Dispersionsfarbe unter der Platte lassen – sie unterbricht den kapillaren Feuchtetransport.
  • Die Dämmung mit Dispersionsfarbe, Vinyltapete oder Fliesen schließen.
  • Laibungen und Anschlüsse auslassen – dort entstehen dann kalte Stellen mit Schimmel.
  • Eine feuchte Wand dämmen, weil sie „sich kalt anfühlt“.

Profi-Tipps

  • Kapillaraktiv heißt: Die Platte nimmt Feuchte auf und verteilt sie, statt sie zu sperren. Deshalb braucht sie keine Dampfbremse, aber durchgehenden Kontakt zur Wand.
  • Vor dem Kleben eine Probeplatte setzen und nach dem Abbinden abziehen: Klebt die Fläche vollständig, stimmt die Technik.
  • Für Außenwände mit Holzbalkendecke und Fachwerk gibt es geprüfte Konzepte – nutze sie, statt zu improvisieren.

Sicherheit

  • Beim Sägen entsteht feiner Staub: FFP2-Maske und Absaugung nutzen.
  • Mineralische Kleber sind alkalisch: Schutzbrille und Handschuhe tragen.
  • Beim Entfernen alter Beläge an Asbest und Bleifarbe denken – Baujahr und Schichten prüfen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei Fachwerk, Holzbalkendecken in der Außenwand, Schlagregenproblemen, Denkmalschutz und immer, wenn ein Energieberater eine Bauteilberechnung empfiehlt. Bei geförderten Maßnahmen schreiben die Programme oft Fachbetrieb und Nachweise vor.