Kleine Putzrisse an der Fassade ausbessern
Feine Risse im Außenputz schließen, bevor Wasser eindringt – und erkennen, wann ein Riss ein Fall für den Fachmann ist.

- Schwierigkeit
- mittel
- Zeitaufwand
- 2–4 Std. + Trocknung
- Kostenrahmen
- 20–60 €
- Schritte
- 8
Kann ich das selbst machen?
Ampel gelb: Ja, bei einzelnen feinen Putzrissen auf mineralischem Putz in Reichweite vom Boden oder einer niedrigen Leiter. Bei Dämmfassaden (WDVS), breiten, wachsenden oder treppenförmigen Rissen: Fachbetrieb. Mieter: Risse dem Vermieter melden, nicht selbst bearbeiten.
Werkzeug
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- Drahtbürste
- Pinsel bei Amazon ansehen Werbung
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- Schwammbrett oder Schwamm zum Strukturieren
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Material
- Rissfüller oder Reparaturspachtel für außen, passend zum Putz (mineralisch oder kunstharzgebunden)
- Grundierung laut Herstellerangabe
- Fassadenfarbe im passenden Farbton
Schritt für Schritt: Kleine Putzrisse an der Fassade ausbessern
Riss einschätzen
Faustregel (keine Norm): Haarrisse unter etwa 0,2 mm sind meist nur optisch. Risse bis etwa 1 mm lassen sich in der Regel mit einem dafür freigegebenen Rissfüller selbst schließen – Einsatzbereich laut Hersteller. Breitere, treppenförmig durch Fugen laufende, durchgehende oder wachsende Risse lässt du fachlich beurteilen.
Fassadenart prüfen
Klingt die Wand beim Klopfen hohl und gibt leicht nach, handelt es sich oft um eine Dämmfassade. Dort Risse nicht aufkratzen, sondern Fachbetrieb hinzuziehen – Feuchte kann in die Dämmung laufen.
Riss beobachten
Bei Unsicherheit den Riss mit Datum markieren und Breite messen bzw. fotografieren. Verändert er sich über Wochen, hat er eine aktive Ursache.
Riss leicht aufweiten
Den Riss mit Spitzkelle oder Fugenkratzer V-förmig auf etwa 3–5 mm öffnen, damit der Füller Halt findet.
Säubern und grundieren
Lose Teile und Staub mit Drahtbürste und Pinsel entfernen. Je nach Produkt anfeuchten oder grundieren – laut Herstellerangabe.
Füllen
Rissfüller mit Druck einarbeiten und bündig abziehen. Tiefere Stellen in zwei Lagen füllen.
Struktur angleichen
Solange das Material noch weich ist, die Oberfläche mit Schwamm oder Kelle der umliegenden Putzstruktur anpassen.
Überstreichen
Nach vollständiger Trocknung mit Fassadenfarbe überstreichen, am besten eine größere Fläche bis zu Kanten oder Ecken, damit kein Fleck sichtbar bleibt.
Typische Fehler
- Silikon in Fassadenrisse spritzen – es lässt sich nicht überstreichen und zieht Schmutz an.
- Innenspachtel oder Gips außen verwenden – das hält der Witterung nicht stand.
- Bei Frost, Regen oder starker Sonne arbeiten.
- Einen aktiven, wachsenden Riss einfach zuspachteln – er reißt wieder auf, die Ursache bleibt.
Profi-Tipps
- Netzartige Haarrisse über größere Flächen lassen sich oft mit einer rissüberbrückenden Fassadenfarbe beruhigen.
- Farbton im Fachhandel nach einer kleinen abgeschlagenen Probe mischen lassen.
- Gearbeitet wird am besten bei bedecktem Himmel und zwischen etwa 5 und 25 °C – Herstellerangabe beachten.
Sicherheit
- Nicht über Kopfhöhe von der Leiter aus spachteln; für größere Höhen braucht es ein Gerüst.
- Beim Aufkratzen Schutzbrille tragen.
- Risse an tragenden Bauteilen, über Fenster- und Türstürzen oder mit Versatz der Rissufer immer von einem Fachmann beurteilen lassen.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei Rissen breiter als etwa 1–2 mm, treppenförmigen oder wachsenden Rissen, Rissen mit Versatz, bei Dämmfassaden und Rissen über Kopfhöhe: Malerbetrieb bzw. Stuckateur; bei Verdacht auf Setzungen zusätzlich Bausachverständiger oder Statiker.