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Altbausanierung

Kalkputz ausbessern

Lose oder beschädigte Stellen in altem Kalkputz mit passendem Material ausbessern, damit die Wand diffusionsoffen bleibt.

Heimwerkerin hat das kleine Loch perfekt geflickt und merkt erst jetzt, dass der Klopftest drumherum eine Fläche von der Größe einer Tür freigelegt hat.
Schwierigkeit
mittel
Zeitaufwand
2–4 Std. + Trocknung
Kostenrahmen
20–60 €
Schritte
8

Kann ich das selbst machen?

Ampel grün: Ja, kleine bis mittlere Stellen kann man gut selbst ausbessern. Mieter: kleine Ausbesserungen sind meist unproblematisch, größere Arbeiten vorher absprechen.

Werkzeug

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Material

  • Kalkputz (Fertigmörtel, Körnung passend zum Bestand)
  • ggf. Kalk-Vorspritz für bessere Haftung
  • Kalkfarbe oder Silikatfarbe
  • ggf. Armierungsgewebe für rissgefährdete Stellen

Schritt für Schritt: Kalkputz ausbessern

  1. Putz abklopfen

    Rund um die Schadstelle mit dem Hammerstiel klopfen. Hohl klingender Putz wird bis zum festen Rand vorsichtig abgeschlagen.

  2. Untergrund säubern

    Losen Staub und Sand abbürsten. Ränder leicht schräg anschneiden, damit der neue Putz eine Verzahnung bekommt.

  3. Vornässen

    Untergrund und Ränder mit Quast oder Sprühflasche mehrmals anfeuchten. Trockenes Mauerwerk entzieht dem Kalkputz sonst das Wasser, er reißt und haftet schlecht.

  4. Putz anmischen

    Kalkputz nach Herstellerangabe mit Wasser anrühren und kurz reifen lassen. Nur so viel anmischen, wie du in der angegebenen Verarbeitungszeit schaffst.

  5. In Lagen auftragen

    Tiefe Stellen in mehreren Lagen füllen, jede Lage nur so dick wie vom Hersteller angegeben (oft 10–20 mm). Die untere Lage aufrauen und anziehen lassen, bevor die nächste kommt.

  6. Abziehen und reiben

    Mit Richtlatte oder Kelle bündig zum Bestand abziehen. Wenn der Putz angezogen ist, mit dem Reibebrett die Oberfläche an die Struktur der Wand anpassen.

  7. Feucht halten

    Kalk härtet langsam mit Luft aus. Die Stelle in den ersten Tagen gelegentlich leicht annebeln und vor Zugluft, Heizungshitze und direkter Sonne schützen.

  8. Diffusionsoffen streichen

    Nach vollständiger Trocknung (bei Kalkputz oft mehrere Wochen, laut Herstellerangabe) mit Kalk- oder Silikatfarbe streichen.

Typische Fehler

  • Zementputz oder Fertigspachtel auf Gipsbasis in alten Kalkputz setzen – unterschiedliche Härte und Saugfähigkeit, die Stelle reißt oder platzt.
  • Den Untergrund nicht vornässen.
  • Zu dick in einer Lage auftragen.
  • Die frische Stelle mit dem Heizlüfter trocknen.
  • Kalkputz mit Dispersionsfarbe überstreichen.

Profi-Tipps

  • Ein Rest vom alten Putz hilft beim Kauf: Körnung und Farbe vergleichen.
  • Feine Haarrisse nach dem Trocknen lassen sich oft mit Kalkfarbe in zwei Anstrichen schließen.
  • Wo alter Putz und neuer Putz aneinanderstoßen, kann ein Gewebe in der oberen Lage spätere Risse verhindern.

Sicherheit

  • Kalk ist stark alkalisch und ätzend: Schutzbrille und Handschuhe tragen. Spritzer im Auge sofort lange mit Wasser ausspülen und ärztlich untersuchen lassen.
  • Vor dem Abschlagen nach Leitungen in der Wand suchen.
  • Bei Spachtelmassen oder Putzschichten aus den 1960er- bis 1990er-Jahren an Asbest denken – im Zweifel vorher prüfen lassen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei großflächig hohlem Putz, Stuck oder historischen Oberflächen, bei feuchten oder salzbelasteten Wänden und bei Rissen, die immer wieder auftreten.