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Altbausanierung

Lehmputz ausbessern

Schäden in Lehmputz und Lehmwänden mit Lehm reparieren – das Material lässt sich anfeuchten und neu verarbeiten.

Heimwerker steht mit lehmverschmierten Händen und Gesicht vor einer perfekt geflickten Wand und sieht dabei selbst aus wie eine frisch verputzte Statue.
Schwierigkeit
leicht
Zeitaufwand
1–3 Std. + Trocknung
Kostenrahmen
15–50 €
Schritte
8

Kann ich das selbst machen?

Ampel grün: Ja. Lehm ist gutmütig und verzeiht Fehler, weil er sich wieder anfeuchten und nacharbeiten lässt. Mieter: kleine Ausbesserungen sind meist unproblematisch.

Werkzeug

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Material

  • Lehmputz (Fertigmischung, Körnung passend zum Bestand)
  • ggf. Jute- oder Flachsgewebe für Risse
  • Lehmfarbe, Kalkfarbe oder Kaseinfarbe

Schritt für Schritt: Lehmputz ausbessern

  1. Schadstelle vorbereiten

    Losen Lehm abkratzen und abbürsten, bis fester Untergrund kommt. Bei Fachwerk prüfen, ob das Holz dahinter trocken und fest ist.

  2. Anfeuchten

    Die Ränder und den Untergrund mit der Sprühflasche gut anfeuchten, bis die Oberfläche leicht weich wird. So verbindet sich alter und neuer Lehm.

  3. Lehm anmachen

    Lehmputz mit Wasser zu einer geschmeidigen Masse anrühren. Die Konsistenz soll wie fester Quark sein, laut Herstellerangabe.

  4. Lagenweise füllen

    Tiefe Löcher in mehreren dünnen Lagen füllen und jede Lage antrocknen lassen. Dicke Lagen schwinden stark und reißen.

  5. Risse armieren

    Bei Rissen ein Stück Jute- oder Flachsgewebe in die obere Lage einbetten, damit der Riss nicht wiederkommt.

  6. Glätten

    Wenn der Lehm angezogen hat, mit dem feuchten Schwammbrett kreisend an die Umgebung anpassen. Schwindrisse beim Trocknen kannst du anfeuchten und nachreiben.

  7. Trocknen lassen

    Gut lüften, damit der Lehm zügig trocknet. Lehm, der zu lange nass bleibt, kann schimmeln.

  8. Offen streichen

    Nur mit Lehm-, Kalk- oder Kaseinfarbe streichen. Dispersionsfarbe nimmt dem Lehm seine feuchteregulierende Wirkung.

Typische Fehler

  • Gips- oder Zementmörtel in Lehmputz setzen – haftet schlecht und reißt.
  • Zu dick in einer Lage auftragen.
  • Die Stelle zu lange feucht halten – Schimmelgefahr.
  • Lehmputz im Spritzwasserbereich (Dusche, Spüle) ohne Schutz einsetzen.

Profi-Tipps

  • Lehmreste lassen sich mit Wasser wieder einsumpfen und wiederverwenden.
  • Fertiglehmputz gibt es in feinen und groben Körnungen – passend zur vorhandenen Wandstruktur wählen.
  • Gegen Abrieb an viel genutzten Stellen hilft ein Anstrich mit Kalk- oder Kaseinfarbe.

Sicherheit

  • Beim Abkratzen von trockenem Lehm entsteht Staub: Staubschutzmaske tragen.
  • In Fachwerk- und Lehmwänden können alte Holzschutzmittel oder Strohhäcksel mit Schimmel stecken – bei muffigem Geruch prüfen lassen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei großflächig losen Lehmschichten, Schäden am Fachwerkholz, feuchten Wänden oder bei denkmalgeschützten Gebäuden.