Möbel streichen mit Kreidefarbe oder Lack
Alte Holz- oder beschichtete Möbel neu streichen – mit matter Kreidefarbe für Shabby-Look oder robustem Lack.

- Schwierigkeit
- mittel
- Zeitaufwand
- 1–2 Tage inkl. Trocknung
- Kostenrahmen
- 25–70 €
- Schritte
- 9
Kann ich das selbst machen?
Ampel grün: Ja. Bei antiken Möbeln vorher überlegen, ob der Wert dadurch sinkt.
Werkzeug
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- Schleifpapier Körnung 120, 180 und 240 mit Schleifklotz
- Pinsel und kleine Lackrolle (Schaumstoff oder Velours) bei Amazon ansehen Werbung
- Staubsauger und feuchtes Tuch
- Malerkrepp
- Abdeckfolie
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Material
- Kreidefarbe oder Möbellack (wasserbasiert)
- Haftgrund bei glatten oder beschichteten Oberflächen
- bei Kreidefarbe: Möbelwachs oder Klarlack als Schutz
- Reiniger zum Entfetten
Schritt für Schritt: Möbel streichen mit Kreidefarbe oder Lack
Zerlegen
Griffe, Beschläge und Schubladen abbauen, Türen aushängen. Schrauben beschriften und aufbewahren.
Reinigen und entfetten
Alle Flächen gründlich mit Reiniger entfetten, besonders Griffbereiche. Fett und Wachs verhindern, dass Farbe haftet.
Anschleifen
Lackierte Flächen mit Körnung 180–240 matt anschleifen, nicht bis aufs Holz. Danach Staub absaugen und feucht abwischen.
Grundieren, wo nötig
Auf Kunststoffbeschichtung, Hochglanz oder Melamin einen Haftgrund auftragen. Kreidefarbe haftet oft ohne Grundierung, laut Herstellerangabe.
Erste Schicht auftragen
Dünn streichen, Flächen mit der Lackrolle, Kanten und Profile mit dem Pinsel. Immer in Faserrichtung abschließen.
Zwischenschliff
Nach dem Trocknen mit Körnung 240 leicht überschleifen, entstauben. Das macht die Oberfläche glatt.
Zweite Schicht
Zweite dünne Schicht auftragen. Zwei dünne Schichten decken besser als eine dicke und laufen nicht ab.
Schützen
Kreidefarbe ist offenporig und fleckempfindlich: mit Möbelwachs oder Klarlack versiegeln. Lack braucht keinen Schutz, aber Zeit zum Aushärten.
Aushärten lassen
Beschläge erst nach dem Durchtrocknen montieren. Volle Belastbarkeit erreicht Lack laut Herstellerangabe oft erst nach mehreren Tagen bis Wochen.
Typische Fehler
- Ohne Entfetten gestrichen – die Farbe perlt ab oder blättert später.
- Auf glatter Beschichtung ohne Haftgrund gestrichen.
- Zu dick gestrichen – Läufer und Nasen an Kanten.
- Kreidefarbe ohne Schutzschicht auf einem Esstisch.
Profi-Tipps
- Für den Used-Look nach dem Trocknen Kanten mit Körnung 120 leicht anschleifen, bis Holz durchscheint.
- Schubladen beim Streichen herausnehmen und stehend trocknen lassen.
- Bei dunklem Holz zuerst einen Sperrgrund verwenden, damit Holzinhaltsstoffe nicht durch helle Farbe durchschlagen.
Sicherheit
- Bei Möbeln mit alter Farbschicht unbekannter Herkunft – vor allem vor den 1970er-Jahren, in Ostdeutschland auch später – an Bleifarbe denken: nicht trocken schleifen, im Zweifel prüfen lassen.
- Beim Schleifen Staubmaske tragen und gut lüften.
- Lappen mit Öl oder Wachs ausgebreitet trocknen lassen – Selbstentzündungsgefahr.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei wertvollen Antiquitäten, Schellack- oder Furnierflächen einen Restaurator oder Tischler fragen.