Rasen vertikutieren
Moos und Rasenfilz herausholen, damit Luft, Wasser und Dünger wieder an die Wurzeln kommen – und kahle Stellen danach nachsäen.

- Schwierigkeit
- leicht
- Zeitaufwand
- 1–3 Std. (je nach Fläche) + Nachpflege
- Kostenrahmen
- 0–150 € (Vertikutierer leihen ca. 25–50 €/Tag)
- Schritte
- 8
Kann ich das selbst machen?
Ampel grün: Ja. Mit einem Leihgerät gut machbar. Mieter: nur, wenn die Rasenpflege bei dir liegt – sonst mit dem Vermieter absprechen.
Werkzeug
- Vertikutierer (Elektro, Akku oder Benzin) oder Vertikutierrechen für kleine Flächen
- Rasenmäher mit Fangkorb
- Laubrechen
- Streuwagen
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Material
- Nachsaat-Mischung
- Rasendünger
- ggf. Rasenerde oder Sand zum Abdecken der Nachsaat
Schritt für Schritt: Rasen vertikutieren
Prüfen, ob es nötig ist
Mit einem Rechen durch den Rasen ziehen: Bleibt viel Moos und abgestorbener Grasfilz hängen, lohnt sich Vertikutieren. Ein gesunder, dichter Rasen braucht es nicht jedes Jahr.
Richtigen Zeitpunkt wählen
Am besten im Frühjahr (etwa April bis Mai), wenn der Rasen kräftig wächst, oder im frühen Herbst. Nicht bei Hitze, Trockenheit oder Frost und nicht auf frisch angelegtem Rasen.
Kurz mähen und trocknen lassen
Den Rasen vorher kürzer als sonst mähen, etwa auf 2–3 cm. Der Boden sollte trocken bis leicht feucht sein, nicht nass.
Arbeitstiefe einstellen
Die Messer sollen die Grasnarbe nur anritzen – meist reichen wenige Millimeter. Zu tief eingestellt werden die Wurzeln herausgerissen. Erst an einer unauffälligen Stelle testen.
Längs und quer fahren
In gleichmäßigen Bahnen zügig über die Fläche gehen, nicht stehen bleiben. Bei starkem Moos ein zweites Mal quer dazu fahren.
Ausgekämmtes Material abräumen
Moos und Filz mit dem Rechen zusammenholen oder mit dem Mäher und Fangkorb aufsammeln. Der Rasen sieht jetzt schlimm aus – das ist normal.
Nachsäen und düngen
Kahle Stellen sofort nachsäen, die Samen leicht andrücken und dünn mit Rasenerde abdecken. Danach düngen, aber nur, wenn die Packung das für frische Nachsaat erlaubt.
Feucht halten
Bis die Nachsaat aufgeht, die Fläche gleichmäßig feucht halten – meist zwei bis drei Wochen, bei Trockenheit täglich leicht wässern.
Typische Fehler
- Auf nassem Boden oder bei Trockenheit vertikutieren – der Rasen wird herausgerissen oder erholt sich nicht.
- Messer zu tief einstellen – aus Vertikutieren wird Umgraben.
- Danach nicht nachsäen – in die Lücken zieht sofort Unkraut und neues Moos.
- Moos immer nur herausholen, ohne die Ursache anzugehen (Schatten, Staunässe, zu kurzer Schnitt, saurer Boden).
Profi-Tipps
- Ein Vertikutierer aus dem Baumarkt- oder Geräteverleih lohnt sich für die meisten Gärten mehr als ein eigenes Gerät.
- Bei verdichtetem, nassem Boden im Herbst zusätzlich Sand einarbeiten – das verbessert die Durchlässigkeit.
- Moos zeigt oft sauren Boden an: Ein einfacher pH-Test aus dem Gartenmarkt zeigt, ob Kalk sinnvoll ist.
Sicherheit
- Vor dem Verstellen der Messer oder Lösen von Verstopfungen Gerät aus und Stecker bzw. Akku abziehen – die Messerwalze läuft nach.
- Feste Schuhe und Gehörschutz tragen, Kinder und Haustiere fernhalten.
- Bei Elektrogeräten Kabel nicht überfahren und eine Steckdose mit Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) nutzen.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei großen, stark vermoosten oder verdichteten Flächen oder wenn eine Rasensanierung mit Bodenverbesserung nötig ist: Garten- und Landschaftsbaubetrieb.