Mach's einfach selbst! In der App öffnen

Haushalt & Reparaturen

Stromausfall in der Wohnung – Notfallcheck

Wenn der Strom weg ist: Sicherungskasten prüfen, Ursache eingrenzen – und wissen, wann Netzbetreiber oder Elektriker gefragt sind.

Familie sitzt bei Kerzenschein am Tisch und spielt fröhlich Brettspiele, während der Vater im Hintergrund mit Stirnlampe todernst den Sicherungskasten studiert wie eine Raketensteuerung.
Schwierigkeit
leicht
Zeitaufwand
10–20 Min.
Kostenrahmen
0 € (Check)
Schritte
8

Kann ich das selbst machen?

Ampel gelb: Nur Sicherungen prüfen und wieder einschalten. Alle Arbeiten an der Installation darf nur eine Elektrofachkraft. Mieter: Bei wiederholten Ausfällen den Vermieter informieren.

Werkzeug

Werbung: Links „bei Amazon ansehen“ sind Partnerlinks. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Werkzeug-Grundausstattung mit Preisspannen ansehen

Schritt für Schritt: Stromausfall in der Wohnung – Notfallcheck

  1. Umfang klären

    Schauen, ob auch Treppenhaus, Nachbarn oder Straßenlaternen dunkel sind. Dann liegt die Störung meist beim Netzbetreiber – dessen Störungsnummer steht oft auf der Stromrechnung oder im Internet.

  2. Sicherungskasten öffnen

    Im Wohnungsverteiler nachsehen, ob ein Sicherungsautomat oder der FI-Schutzschalter (auch RCD) in Stellung „0“ oder „Aus“ steht.

  3. Verbraucher abschalten

    Vor dem Wiedereinschalten möglichst viele Geräte im betroffenen Stromkreis ausschalten oder ausstecken, vor allem das Gerät, das zuletzt eingeschaltet wurde.

  4. Einmal wieder einschalten

    Den Hebel einmal nach oben auf „I“ stellen. Hält er, die Geräte nacheinander wieder einschalten. Fliegt die Sicherung erneut, ist das zuletzt eingeschaltete Gerät verdächtig.

  5. Fliegt sofort wieder raus

    Springt der Schalter auch ohne angeschlossene Geräte sofort wieder heraus, nicht weiter probieren. Dann liegt vermutlich ein Fehler in der Installation vor – Elektriker rufen.

  6. FI-Schalter testen

    Hat der FI-Schalter ausgelöst, oft nach Geräten mit Wasserkontakt suchen: Waschmaschine, Wasserkocher, Außensteckdosen. Das defekte Gerät nicht mehr benutzen.

  7. Alte Schraubsicherungen

    In Altbauten zeigt bei Schraubsicherungen ein farbiger Kennmelder an, ob sie durchgebrannt sind. Ersatz nur mit gleicher Ampere-Zahl, nie flicken oder überbrücken – im Zweifel Elektriker.

  8. Nicht anfassen

    Hauptsicherungen vor dem Zähler und plombierte Teile sind tabu. Auch Abdeckungen im Verteiler nicht abschrauben.

Typische Fehler

  • Immer wieder einschalten, obwohl die Sicherung sofort fliegt.
  • Durchgebrannte Schraubsicherung durch eine stärkere ersetzt – die Leitung ist dann nicht mehr geschützt.
  • Defektes Gerät weiterbenutzt, weil es nach dem Wiedereinschalten ging.
  • Bei Stromausfall im ganzen Haus am eigenen Sicherungskasten herumprobiert.

Profi-Tipps

  • Sicherungskasten beschriften: welcher Automat für welchen Raum – das spart im Notfall Zeit.
  • Taschenlampe mit vollen Batterien an einem festen Ort griffbereit haben.
  • Bei längerem Ausfall Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen halten.

Sicherheit

  • Riecht es verschmort, ist ein Gerät oder eine Steckdose warm oder verfärbt: Sicherung aus lassen und Elektriker rufen.
  • Nie mit nassen Händen oder im Wasser stehend an den Sicherungskasten.
  • Arbeiten an Steckdosen, Leitungen und im Verteiler sind nur für Elektrofachkräfte erlaubt.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Wenn eine Sicherung ohne Verbraucher sofort wieder auslöst, es verschmort riecht, der FI-Schalter häufig ohne erkennbaren Grund auslöst oder Steckdosen warm werden. Ein Elektriker misst die Stromkreise durch; die Fehlersuche kostet meist ab etwa 80–150 € plus Anfahrt, Notdienst nachts und am Wochenende deutlich mehr.