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Wissen

Altbau-Besonderheiten

Alte Häuser funktionieren anders als Neubauten – diese typischen Baustoffe, Schwachstellen und Schadstoffe solltest du vor der Renovierung kennen.

Cartoon zum Thema Altbau-Besonderheiten

Andere Bauweise

Viele Altbauten bestehen aus Ziegel, Naturstein, Lehm oder Fachwerk mit Kalk- oder Lehmputz. Diese Baustoffe nehmen Feuchte auf und geben sie wieder ab. Dichte moderne Materialien wie Zementputz, Latexfarbe oder Dampfsperren können diesen Ausgleich stören und Feuchteschäden verursachen.

Holzbalkendecken und Dielen

Decken liegen oft auf Holzbalken mit Schüttung dazwischen. Sie schwingen stärker, tragen weniger als Betondecken und sind bei schweren Aufbauten wie Estrich oder Natursteinboden ein Fall für den Statiker. Feuchte Balkenköpfe an Außenwänden sind ein typischer versteckter Schaden.

Schadstoffe

Je nach Baujahr können Asbest (Platten, Fliesenkleber, Bodenbeläge, Spachtelmassen), PAK in schwarzen Parkettklebern, Bleifarbe oder alte Mineralwolle vorkommen. Bei Verdacht nichts schleifen, bohren oder brechen. Lass Proben von einem Labor oder Sachverständigen untersuchen.

Leitungen

In sehr alten Häusern finden sich noch Bleirohre für Trinkwasser, verzinkte Stahlrohre oder Elektroleitungen ohne Schutzleiter. Bleirohre für Trinkwasser mussten nach der Trinkwasserverordnung bis 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Die Elektrik prüft und erneuert ausschließlich ein Elektrofachbetrieb.

Schiefe Wände und Böden

Kaum eine Wand ist im Altbau lotrecht, kaum ein Boden eben. Plane beim Fliesen, Möbelbau und Bodenlegen Ausgleich ein. Perfekte Geradheit herzustellen ist teuer und oft gar nicht nötig.

Denkmalschutz

Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, brauchen viele Änderungen – auch an Fenstern, Türen oder Fassade – eine Genehmigung der Denkmalbehörde. Frag vor Beginn nach. Im Gegenzug gibt es teilweise Förderungen oder steuerliche Vorteile, die du mit einem Steuerberater klären solltest.