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Altbausanierung

Alte Türen aufarbeiten

Alte Kassettentüren abbeizen, schleifen und neu lackieren – mit Blick auf mögliche Bleifarbe in alten Anstrichen.

Heimwerker hat mit Abbeizer fast alles freigelegt, und unter der letzten weißen Schicht kommen nacheinander grün, rosa, braun und ein Stück Tapete zum Vorschein.
Schwierigkeit
mittel
Zeitaufwand
2–4 Tage pro Tür (mit Trocknung)
Kostenrahmen
40–120 € pro Tür
Schritte
9

Kann ich das selbst machen?

Ampel gelb: Ja, solange alte Anstriche frei von Blei sind oder du sie nass bzw. mit Abbeizer bearbeitest. Bei bleihaltigen Schichten im größeren Umfang lieber einen Fachbetrieb oder ein Ablaugbad nutzen. Mieter: vorher mit dem Vermieter absprechen.

Werkzeug

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Material

  • Bleitest (Teststäbchen)
  • Abbeizer (für Lacke geeignet)
  • Schleifpapier Körnung 80, 120, 180, 240
  • Holzkitt
  • Grundierung / Vorlack
  • Lack (z. B. wasserbasierter Acryllack oder Alkydharzlack)
  • Abdeckfolie

Schritt für Schritt: Alte Türen aufarbeiten

  1. Altanstrich auf Blei testen

    Lacke aus der Zeit vor etwa 1970 – in Ostdeutschland teils bis 1990 – können Blei enthalten. Mach mit einem Bleitest an einer frisch angeritzten Stelle durch alle Schichten einen Test. Bei positivem Ergebnis nicht trocken schleifen und nicht abbrennen.

  2. Tür aushängen

    Tür ganz öffnen und nach oben aus den Bändern heben. Drücker, Schloss und Beschläge abschrauben und Schrauben beschriften. Tür flach auf zwei Böcke legen.

  3. Abbeizen

    Abbeizer dick und gleichmäßig auftragen und die Einwirkzeit laut Herstellerangabe abwarten. Den aufgeweichten Lack mit Spachtel und in Profilen mit Ziehklinge oder Messingbürste abnehmen. Wiederholen, bis das Holz frei ist.

  4. Reste sicher sammeln

    Abgeschabte Lackreste auf Folie sammeln, nicht in den Hausmüll. Bei Blei- oder Lösemittelresten gehören sie zum Schadstoffmobil oder Wertstoffhof.

  5. Neutralisieren und trocknen

    Holz nach Herstellerangabe des Abbeizers reinigen oder neutralisieren und vollständig trocknen lassen – meist über Nacht oder länger.

  6. Schleifen

    Mit 120er und danach 180er Körnung in Faserrichtung schleifen, bei Bleiresten nur nass. Risse und Löcher mit Holzkitt füllen und nachschleifen.

  7. Grundieren

    Staub gründlich entfernen und eine Grundierung bzw. einen Vorlack auftragen. Nach dem Trocknen mit 240er Papier leicht zwischenschleifen.

  8. Lackieren

    Zuerst die Kassetten und Profile, dann die Rahmenfriese, zuletzt die großen Flächen in Faserrichtung lackieren. Dünn arbeiten, zwei Anstriche sind besser als ein dicker.

  9. Montieren

    Erst nach der vom Hersteller genannten Durchtrocknung Beschläge anschrauben und die Tür einhängen. Frischer Lack klebt sonst an Dichtung und Zarge.

Typische Fehler

  • Alte Anstriche trocken abschleifen, ohne auf Blei zu testen.
  • Altlack mit Heißluft stark erhitzen oder abbrennen – bei Blei entstehen giftige Dämpfe.
  • Lack zu dick auftragen – er läuft in den Kassetten zu Nasen.
  • Abbeizer in geschlossenen Räumen ohne Lüftung verwenden.

Profi-Tipps

  • Für viele Türen lohnt sich ein Fachbetrieb mit Ablaugbad – meist günstiger als gedacht und ohne Dreck in der Wohnung.
  • Alte Türbeschläge in Essigwasser oder mit Messingpflege reinigen statt wegwerfen – sie sind oft wertvoll.
  • Zum Schleifen der Profile hilft ein Stück Schleifpapier um einen passenden Rundstab.

Sicherheit

  • Bleistaub ist besonders für Kinder und Schwangere gefährlich: Kinder und Haustiere fernhalten, nass reinigen, keinen normalen Staubsauger benutzen.
  • Abbeizer ist ätzend bzw. lösemittelhaltig: gut lüften, Nitrilhandschuhe und Schutzbrille tragen.
  • Bei Arbeiten an bleihaltigen Anstrichen Arbeitskleidung getrennt waschen, vor dem Essen Hände waschen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei bleihaltigen Anstrichen auf mehreren Türen, bei Türen mit historischer Fassung (Denkmalschutz) und bei Brandschutz- oder Wohnungseingangstüren, deren Zulassung nicht verändert werden darf.