Einbruchschutz am Fenster nachrüsten
Fenster und Fenstertüren im Erdgeschoss mit abschließbaren Griffen und Zusatzsicherungen gegen Aufhebeln sichern – was wirkt und was du selbst montieren kannst.

- Schwierigkeit
- mittel
- Zeitaufwand
- 1–2 Std. pro Fenster
- Kostenrahmen
- 30–150 € pro Fenster (Zusatzsicherung), abschließbarer Griff ab ca. 15 €
- Schritte
- 7
Kann ich das selbst machen?
Ampel gelb: Mit Einschränkungen. Abschließbare Griffe und geprüfte Aufschraubsicherungen kannst du mit etwas Geschick selbst montieren. Umrüstung der Beschläge (Pilzkopfzapfen) oder einbruchhemmende Fenster gehören in Fachhand. Mieter: Bohren am Fensterrahmen vorher mit dem Vermieter absprechen – für Einbruchschutz hast du in der Regel einen Anspruch auf Erlaubnis.
Werkzeug
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- ggf. Fräs- oder Bohrschablone aus dem Set
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Material
- Abschließbare Fenstergriffe (Schlüssel oder Druckknopf)
- Zusatzsicherungen für Griff- und Bandseite, möglichst nach DIN 18104-1 geprüft
- Bei Kunststofffenstern lange Schrauben, die bis in die Stahlverstärkung reichen (meist im Set)
Schritt für Schritt: Einbruchschutz am Fenster nachrüsten
Schwachstellen erkennen
Die meisten Einbrecher hebeln Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoss oder an gut erreichbaren Stellen auf. Gefährdet sind vor allem ältere Fenster mit einfachen Rollzapfen im Beschlag – sie lassen sich mit einem Schraubendreher in Sekunden aufdrücken.
Kostenlose Beratung nutzen
Die polizeilichen Beratungsstellen beraten in vielen Städten kostenlos und herstellerneutral, oft auch vor Ort. Das lohnt sich, bevor du Geld ausgibst.
Abschließbaren Griff montieren
Griff waagerecht stellen, Abdeckkappe am Griffsockel drehen, die zwei Schrauben lösen und den alten Griff abziehen. Neuen Griff in gleicher Stellung aufstecken und festschrauben. Achte auf die passende Stiftlänge.
Zusatzsicherung auswählen
Ein Griff allein hilft nur gegen das Öffnen durch eine eingeschlagene Scheibe. Gegen Aufhebeln braucht es Sicherungen, die Flügel und Rahmen verbinden – auf der Griffseite und bei großen Fenstern auch auf der Bandseite.
Position anzeichnen
Nach Montageanleitung Flügelteil und Rahmenteil anhalten, Löcher anzeichnen und ankörnen. Prüfen, dass das Fenster danach noch schließt und sich kippen lässt, falls gewünscht.
Fest verschrauben
Nur die mitgelieferten Schrauben verwenden. Bei Kunststofffenstern müssen die Schrauben die Stahlverstärkung im Profil fassen, sonst reißen sie beim Hebeln einfach aus.
Funktion prüfen
Fenster mehrmals öffnen, kippen, schließen und abschließen. Schlüssel nicht im Griff stecken lassen, sondern griffbereit, aber außer Sichtweite aufbewahren.
Typische Fehler
- Nur abschließbare Griffe einbauen und glauben, das Fenster sei damit hebelsicher.
- Billige Sicherungen mit kurzen Schrauben in weichem Kunststoff – sie halten keinem Hebel stand.
- Gekippte Fenster beim Verlassen der Wohnung – ein gekipptes Fenster gilt als offenes Fenster, auch für viele Versicherungen.
- Schlüssel des abschließbaren Griffs steckt dauerhaft.
Profi-Tipps
- Licht mit Zeitschaltuhr und ein gepflegter Eindruck schrecken zusätzlich ab – Einbrecher wollen schnell und unbemerkt rein.
- Für Rollläden gibt es Hochschiebesicherungen, die das Hochdrücken von außen erschweren.
- Wer ohnehin neue Fenster plant: Fenster mit Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 werden von der Polizei häufig empfohlen.
Sicherheit
- Fluchtwege nicht verbauen: Mindestens ein Fenster pro Raum muss im Notfall schnell zu öffnen sein – Schlüssel griffbereit halten.
- Beim Bohren am Fensterrahmen auf Glas und Dichtungen achten; nie in die Scheibe oder den Glasfalz bohren.
- Beim Arbeiten an Fenstern im Obergeschoss nicht hinauslehnen.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Für die Umrüstung auf Pilzkopfverriegelung, Sicherheitsverglasung, einbruchhemmende Fenster oder Gitter: Fenster- bzw. Sicherheitsfachbetrieb (Polizei-Beratungsstellen führen oft Listen mit Errichterfirmen).