Mach's einfach selbst! In der App öffnen

Sicherheit & Kinderschutz

Einbruchschutz an der Wohnungstür nachrüsten

Die Wohnungs- oder Haustür mit Schutzbeschlag, gutem Zylinder und Zusatzschloss gegen Aufhebeln und Aufbrechen sichern.

Heimwerkerin steht zufrieden vor ihrer Wohnungstür mit Schutzbeschlag und Querriegel – im Hintergrund versucht ein schmächtiger Einbrecher mit Ringelpulli und Augenmaske es mit einem Dosenöffner und kratzt sich verlegen am Kopf.
Schwierigkeit
mittel
Zeitaufwand
1–4 Std.
Kostenrahmen
50–600 € (Schutzbeschlag ab ca. 50 €, Querriegelschloss ab ca. 200 €)
Schritte
7

Kann ich das selbst machen?

Ampel gelb: Mit Einschränkungen. Schließzylinder, Schutzbeschlag und Türspion kannst du mit Geschick selbst tauschen; Querriegel- und Kastenzusatzschlösser nur bei passender Tür und Wand – sonst Fachbetrieb. Mieter: Austausch und Bohrungen vorher mit dem Vermieter absprechen, alte Teile aufheben. In Mehrfamilienhäusern auf Brandschutz- oder Rauchschutztüren achten.

Werkzeug

Werbung: Links „bei Amazon ansehen“ sind Partnerlinks. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Werkzeug-Grundausstattung mit Preisspannen ansehen

Material

  • Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung (z. B. nach DIN 18257 geprüft)
  • Hochwertiger Profilzylinder mit Bohr- und Ziehschutz
  • Zusatzschloss oder Querriegelschloss, Schließblech zur Wandverankerung
  • ggf. Sperrbügel, Weitwinkel-Türspion

Schritt für Schritt: Einbruchschutz an der Wohnungstür nachrüsten

  1. Tür einschätzen

    Ist die Tür selbst stabil (massiv, kein dünnes Röhrenspan-Türblatt) und sitzt die Zarge fest? Nachrüsten lohnt sich nur, wenn Türblatt und Zarge die Kräfte aufnehmen können. Bei Brandschutz- und Rauchschutztüren nur dafür zugelassene Teile verwenden.

  2. Zylinder prüfen

    Der Zylinder darf außen höchstens etwa 3 mm überstehen, sonst kann er abgebrochen werden. Ein Sicherheitszylinder mit Bohr- und Ziehschutz ist die Basis – der Tausch ist eine einfache Schraubarbeit.

  3. Schutzbeschlag montieren

    Alten Beschlag abschrauben. Den Schutzbeschlag so montieren, dass er von außen nicht abschraubbar ist: Die Verschraubung kommt von innen durch das Türblatt in die Außenplatte. Am besten mit Zylinderabdeckung, die den Zylinder vor Abbrechen und Ziehen schützt.

  4. Bandseite sichern

    Bei nach innen öffnenden Türen helfen Hinterhaken oder Bandseitensicherungen gegen Aushebeln auf der Scharnierseite. Montage nach Herstellerangabe.

  5. Zusatzschloss setzen

    Ein Kasten-Zusatzschloss mit Sperrbügel oder ein Querriegelschloss erhöht den Schutz deutlich. Entscheidend ist die Verankerung im Mauerwerk: Das Schließblech muss mit langen Schrauben bzw. Dübeln in der Wand sitzen, nicht nur in der Holzzarge.

  6. Türspion und Sperrbügel

    Ein Weitwinkel-Türspion und ein Sperrbügel helfen, Fremde nicht gleich hereinzulassen. Sperrbügel lassen die Tür einen Spalt öffnen, ohne dass sie aufgedrückt werden kann.

  7. Gewohnheiten ändern

    Beim Verlassen immer abschließen, nicht nur zuziehen – eine nur ins Schloss gefallene Tür lässt sich oft leicht öffnen. Keinen Ersatzschlüssel unter Matte oder Blumentopf deponieren.

Typische Fehler

  • Teuren Zylinder kaufen, der weit übersteht – er lässt sich trotzdem abbrechen.
  • Normalen Beschlag statt Schutzbeschlag – er lässt sich von außen abschrauben.
  • Zusatzschloss nur in der Holzzarge verankern – es reißt beim Hebeln mitsamt Zarge aus.
  • Tür nur zuziehen statt abschließen.

Profi-Tipps

  • Polizeiliche Beratungsstellen geben kostenlos Rat, welche Nachrüstung zu deiner Tür passt.
  • Für Mieter: Einbruchschutz gehört zu den baulichen Veränderungen, für die Vermieter ihre Erlaubnis in der Regel nicht verweigern dürfen – trotzdem vorher schriftlich klären.
  • Bei Schlüsselverlust lieber gleich den Zylinder tauschen.

Sicherheit

  • Die Tür muss im Notfall von innen immer schnell zu öffnen sein – Zusatzschloss innen ohne Schlüssel oder mit Schlüssel griffbereit.
  • An Brandschutz- und Rauchschutztüren (häufig im Mehrfamilienhaus) nichts verändern, was die Zulassung betrifft – nur geprüftes Zubehör, im Zweifel Fachbetrieb.
  • Beim Bohren in die Wand neben der Tür auf Leitungen achten (Klingel, Licht, Steckdosen).

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Für Querriegelschlösser, Mehrfachverriegelungen, einbruchhemmende Türen (z. B. RC 2 nach DIN EN 1627) und Arbeiten an Brandschutztüren: Schlüsseldienst bzw. Sicherheitsfachbetrieb; bei elektrischen Türöffnern eine Elektrofachkraft.