Flecken in Kleidung entfernen (Fleckenkunde kompakt)
Die wichtigsten Flecken in Textilien richtig behandeln – von Blut und Rotwein bis Fett, Gras, Kugelschreiber und Wachs.

- Schwierigkeit
- leicht
- Zeitaufwand
- 10–30 Min. + Waschgang
- Kostenrahmen
- 0–10 €
- Schritte
- 9
Kann ich das selbst machen?
Ampel grün: Ja. Bei „nur chemisch reinigen“ auf dem Etikett lieber zur Textilreinigung.
Werkzeug
- Helle Tücher oder Küchenpapier
- Alte Zahnbürste
- Bügeleisen und Löschpapier (für Wachs)
- Gefrierbeutel (für Kaugummi)
Material
- Gallseife
- Spülmittel
- Feinwaschmittel
- Sauerstoff-Fleckensalz (nicht für Wolle und Seide)
- Alkohol bzw. Spiritus
- Zitronensäure
Schritt für Schritt: Flecken in Kleidung entfernen (Fleckenkunde kompakt)
Etikett lesen
Pflegeetikett prüfen: Waschtemperatur, Bleiche erlaubt, nur chemische Reinigung. Wolle und Seide nur sanft und kühl behandeln.
Schnell und kalt
Frische Flecken sofort mit kaltem Wasser behandeln. Wärme fixiert besonders Eiweißflecken wie Blut, Ei und Milch.
Von hinten ausspülen
Ein Tuch unter die Stelle legen und von der Rückseite des Stoffs arbeiten. So wird der Fleck aus dem Gewebe gedrückt statt hinein.
Blut, Ei, Milch
Kalt ausspülen, dann mit Gallseife einreiben und einwirken lassen. Nie heiß vorbehandeln.
Rotwein, Obst, Kaffee
Kalt ausspülen, Gallseife oder Feinwaschmittel einarbeiten. Bei weißen, bleichfesten Stoffen Sauerstoff-Fleckensalz nach Anleitung.
Fett, Öl, Make-up
Spülmittel oder Gallseife einmassieren, einwirken lassen und warm nach Etikett waschen. Spülmittel löst Fett gut.
Gras und Kugelschreiber
Mit etwas Alkohol auf einem Tuch von außen nach innen tupfen, dann mit Gallseife nachbehandeln. Vorher an einer verdeckten Stelle testen.
Wachs und Kaugummi
Wachs hart werden lassen, abbröseln und Reste mit Löschpapier und lauwarmem Bügeleisen herausziehen. Kaugummi im Gefrierbeutel einfrieren und abbrechen.
Prüfen vor dem Trockner
Nach dem Waschen nachsehen, ob der Fleck weg ist. Erst dann in den Trockner oder bügeln – Hitze macht Restflecken dauerhaft.
Typische Fehler
- Fleck reiben statt tupfen – Fasern werden aufgeraut, der Fleck breitet sich aus.
- Eiweißflecken heiß behandeln – das Eiweiß gerinnt und bleibt im Stoff.
- Bleichende Mittel auf Buntes, Wolle oder Seide – helle Flecken und Faserschäden.
- Mehrere Fleckenmittel gleichzeitig verwenden – sie können reagieren oder den Stoff angreifen.
Profi-Tipps
- Gallseife ist das vielseitigste Hausmittel gegen Flecken und in fast jedem Supermarkt erhältlich.
- Deo-Rückstände und Schweißränder lassen sich oft mit Zitronensäurelösung vorbehandeln.
- Immer zuerst an einer Innennaht testen, ob der Stoff farbecht ist.
Sicherheit
- Alkohol und Spiritus sind brennbar – kein offenes Feuer, gut lüften.
- Fleckenmittel nie mischen, insbesondere chlorhaltige Bleiche nicht mit Säuren oder Ammoniak.
- Fleckenmittel kindersicher aufbewahren.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei Seide, Leder, Anzügen, Kleidung mit „nur chemisch reinigen“ oder unbekannten Flecken auf wertvollen Stücken: Textilreinigung.