Heizkörper entlüften
Gluckert der Heizkörper oder wird oben nicht warm? Luft ablassen und danach den Anlagendruck prüfen.

- Schwierigkeit
- leicht
- Zeitaufwand
- 15–30 Min. (+ ca. 1 Std. Wartezeit)
- Kostenrahmen
- 0–5 €
- Schritte
- 8
Kann ich das selbst machen?
Ampel grün: Ja. Entlüften dürfen auch Mieter. Wasser nachfüllen in einer Zentralheizung im Mehrfamilienhaus aber nur nach Absprache mit Vermieter oder Hausverwaltung.
Werkzeug
- Entlüftungsschlüssel (meist Vierkant 5 mm, im Baumarkt erhältlich)
- Becher oder kleine Schale
- Lappen
Schritt für Schritt: Heizkörper entlüften
Heizung aufdrehen
Alle Thermostatventile voll aufdrehen und warten, bis die Heizkörper warm sind. Die Wärme bringt die Luft in Bewegung.
Umwälzpumpe ausschalten und warten
Im eigenen Haus die Heizung (bzw. Pumpe) abschalten und etwa eine Stunde warten. Dann sammelt sich die Luft oben im Heizkörper. In der Mietwohnung ohne Zugang zur Anlage diesen Schritt auslassen.
Entlüftungsventil finden
Das Ventil sitzt oben an der Seite, die dem Thermostatkopf gegenüberliegt. Mit dem Heizkörper beginnen, der der Heizung am nächsten liegt, und sich dann nach oben bzw. außen vorarbeiten.
Ventil langsam öffnen
Becher und Lappen unter das Ventil halten. Mit dem Schlüssel eine viertel bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen. Es zischt – das ist die Luft.
Schließen, sobald Wasser kommt
Kommt gleichmäßig Wasser ohne Luftblasen, das Ventil im Uhrzeigersinn wieder schließen. Nur handfest anziehen, nicht überdrehen.
Alle betroffenen Heizkörper
Den Vorgang an allen Heizkörpern wiederholen, die gluckern oder oben kalt bleiben.
Anlagendruck prüfen
Am Manometer der Heizung prüfen, ob der Druck noch im Sollbereich liegt. Durch das Entlüften sinkt er etwas. Liegt er darunter, muss Wasser nachgefüllt werden – im Zweifel durch den Heizungsbauer.
Heizung wieder einschalten
Pumpe bzw. Heizung wieder einschalten und Thermostate auf die gewohnte Stufe stellen. Nach einigen Stunden fühlen, ob alle Heizkörper gleichmäßig warm werden.
Typische Fehler
- Ventil ganz herausdrehen – dann spritzt heißes Wasser und das Ventil ist schwer wieder einzusetzen.
- Entlüften bei laufender Pumpe – es kommt Luft nach, der Erfolg hält nicht.
- Druck danach nicht prüfen – zu niedriger Druck führt zu Störungen und wieder Luft im System.
Profi-Tipps
- Einmal im Jahr zu Beginn der Heizperiode entlüften.
- Muss ständig neu entlüftet werden, gelangt Luft ins System – das sollte ein Fachbetrieb prüfen.
- Ist der Heizkörper unten kalt und oben warm, ist es keine Luft, sondern oft ein Hydraulik- oder Ventilproblem.
Sicherheit
- Das austretende Wasser kann heiß sein – Lappen verwenden, nicht mit bloßer Hand abfangen.
- Bei Gasthermen keine Verkleidung öffnen und nichts an der Therme selbst einstellen.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Zum Nachfüllen von Heizungswasser (falls du es dir nicht zutraust), bei ständigem Druckverlust und für den hydraulischen Abgleich.