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Elektro & Heizung

Heizungsdruck prüfen und Wasser nachfüllen

Druck am Manometer der Heizung ablesen und bei zu niedrigem Druck Heizungswasser nachfüllen – im eigenen Einfamilienhaus.

Heimwerker füllt konzentriert Wasser nach, während der Zeiger am Manometer fröhlich ins Rote wandert und der Hund schon mal die Gummistiefel bringt.
Schwierigkeit
mittel
Zeitaufwand
20–40 Min.
Kostenrahmen
0–60 € (Füllschlauch, ggf. Systemtrenner)
Schritte
8

Kann ich das selbst machen?

Ampel gelb: Ablesen darf jeder. Nachfüllen im eigenen Einfamilienhaus mit etwas Geschick ja. Mieter und Mehrfamilienhaus: nicht selbst nachfüllen, sondern Vermieter oder Hausverwaltung informieren.

Werkzeug

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Material

  • Systemtrenner bzw. Nachfüllkombination (falls die Anlage keine fest eingebaute hat)
  • ggf. aufbereitetes Füllwasser laut Herstellerangabe

Schritt für Schritt: Heizungsdruck prüfen und Wasser nachfüllen

  1. Druck ablesen

    Das Manometer sitzt an der Heizung oder am Rohr daneben. Bei kalter Anlage ablesen. Der Sollwert steht im Wartungsprotokoll oder ist am Manometer markiert – im Einfamilienhaus meist zwischen 1 und 2 bar.

    01234 bar Markierung = Sollbereich laut Hersteller Einfamilienhaus häufig ca. 1,0–2,0 bar MANOMETER AN DER HEIZUNG
  2. Entscheiden: nachfüllen oder nicht

    Liegt der Druck nur knapp unter dem Sollwert, reicht Nachfüllen. Fällt er alle paar Wochen erneut ab, ist irgendwo ein Leck oder das Ausdehnungsgefäß defekt – dann den Fachbetrieb rufen.

  3. Nachfülleinrichtung finden

    Moderne Anlagen haben oft einen fest eingebauten Füllhahn mit Systemtrenner. Sonst wird über einen KFE-Hahn (Kesselfüll- und Entleerhahn) an der Heizung gefüllt.

    NACHFÜLLENHeizungManometerKFE-HahnWasserhahnSystemtrennerSchlauch luftfrei füllen,Manometer beobachten
  4. Heizung ausschalten

    Heizung bzw. Brenner ausschalten und etwas abkühlen lassen. Kaltes Wasser in einen heißen Kessel zu füllen, belastet das Material.

  5. Schlauch luftfrei anschließen

    Füllschlauch zuerst an den Wasserhahn bzw. Systemtrenner schrauben, Wasser kurz laufen lassen, bis keine Luft mehr kommt. Dann das freie Ende an den KFE-Hahn schrauben.

  6. Langsam füllen

    Erst den Wasserhahn, dann den KFE-Hahn öffnen. Dabei ständig das Manometer beobachten und bei Erreichen des Sollwerts zügig schließen – erst den KFE-Hahn, dann den Wasserhahn.

  7. Schlauch abbauen

    Schlauch über dem Eimer abschrauben, Restwasser auffangen. Kappe wieder auf den KFE-Hahn setzen.

  8. Entlüften und kontrollieren

    Heizung einschalten, nach dem Aufheizen die Heizkörper entlüften und den Druck erneut ablesen. Warm liegt er etwas höher als kalt – das ist normal.

Typische Fehler

  • Schlauch ohne Systemtrenner direkt an die Trinkwasserleitung – Heizungswasser kann ins Trinkwasser zurückfließen.
  • Schlauch voll Luft anschließen – die Luft landet in den Heizkörpern.
  • Zu viel nachfüllen – das Sicherheitsventil öffnet und tropft, oft muss dann wieder Wasser abgelassen werden.
  • Ständiges Nachfüllen statt Ursachensuche – frisches Wasser bringt jedes Mal Sauerstoff und Kalk ins System.

Profi-Tipps

  • Druck mehrmals pro Heizperiode kurz ablesen und notieren – so fällt ein schleichender Verlust früh auf.
  • Viele Hersteller schreiben bestimmte Füllwasserqualität vor (Härte, Leitfähigkeit). Im Zweifel in die Anleitung der Heizung schauen.
  • Gibt es eine fest eingebaute Nachfüllkombination, ist das Nachfüllen deutlich einfacher und sicherer.

Sicherheit

  • Nur bei ausgeschalteter, möglichst abgekühlter Anlage arbeiten – Wasser und Bauteile können sehr heiß sein.
  • Keine Verkleidung der Heizung oder Gastherme öffnen.
  • Tropft das Sicherheitsventil oder steigt der Druck ohne Nachfüllen, sofort den Fachbetrieb rufen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei wiederkehrendem Druckverlust, bei tropfendem Sicherheitsventil, wenn kein Systemtrenner vorhanden ist, und grundsätzlich bei Mietwohnungen und Anlagen im Mehrfamilienhaus.