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Bad & Sanitär

Fliesenfugen erneuern

Bröselnde, dunkle oder rissige Zementfugen auskratzen und neu verfugen – das Bad sieht danach fast wie neu aus.

Heimwerker kniet seit Stunden vor einer riesigen Fliesenwand mit Fugenkratzer, hinter ihm ein Sonnenaufgang und ein Sonnenuntergang zugleich als Zeichen der vergangenen Zeit.
Schwierigkeit
mittel
Zeitaufwand
1 Tag je ca. 5–10 m² (+ Trocknung)
Kostenrahmen
20–60 € (Fugenmörtel, Werkzeug)
Schritte
9

Kann ich das selbst machen?

Ampel grün: Ja, mit Geduld. Mieter: kleine Ausbesserungen sind unproblematisch, ganze Flächen vorher mit dem Vermieter absprechen.

Werkzeug

  • Fugenkratzer (Hartmetall) oder Fugenschneider bei Amazon ansehen Werbung
  • ggf. Multitool mit Fugensägeblatt – nur mit sehr ruhiger Hand bei Amazon ansehen Werbung
  • Staubsauger
  • Fugbrett (Gummi) oder Gummischieber
  • Fugenschwamm oder Schwammbrett
  • Eimer, Rührquirl, Schutzbrille, FFP2-Maske bei Amazon ansehen Werbung

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Material

  • Fugenmörtel (zementär, für Nassbereich geeignet; Farbe passend)
  • Sanitärsilikon für Ecken und Anschlüsse
  • Sauberes Wasser

Schritt für Schritt: Fliesenfugen erneuern

  1. Fläche prüfen

    Sitzen Fliesen lose oder klingen hohl, nicht einfach neu verfugen – dann liegt ein anderes Problem vor. Ecken- und Anschlussfugen sind Silikonfugen und werden separat erneuert.

  2. Alte Fugen auskratzen

    Fugen mit dem Kratzer gleichmäßig ausräumen, etwa auf 2/3 der Fliesendicke. Werkzeug mittig führen und die Fliesenkante nicht anritzen.

    QUERSCHNITTGlasur nicht anritzenFugenkratzerca. 2/3 derFliesendickeFlieseRest bleibt stehen
  3. Nicht zu tief

    In der Dusche und auf abgedichteten Böden liegt darunter oft eine Abdichtung. Sie darf nicht beschädigt werden – lieber etwas weniger tief arbeiten.

  4. Gründlich entstauben

    Fugen aussaugen und mit feuchtem Schwamm vornässen. Der Untergrund soll mattfeucht, aber nicht nass sein.

  5. Fugenmörtel anrühren

    Mörtel laut Packung mit Wasser klumpenfrei anrühren, kurz reifen lassen und nochmal durchmischen. Nur so viel ansetzen, wie du in der Verarbeitungszeit schaffst.

  6. Diagonal einschlämmen

    Mörtel mit dem Fugbrett schräg zu den Fugen kräftig einarbeiten, bis die Fugen voll und verdichtet sind. Überschuss diagonal abziehen.

  7. Abwaschen

    Sobald der Mörtel leicht angezogen hat (Fingerprobe, meist nach 10–30 Min.), mit dem gut ausgedrückten Schwamm diagonal abwaschen. Schwamm oft auswaschen.

  8. Zementschleier entfernen

    Nach dem Antrocknen den grauen Schleier mit einem trockenen Tuch abpolieren. Hartnäckige Reste nach Herstellerangabe entfernen.

  9. Aushärten lassen

    Dusche oder Wanne erst nach der Zeit laut Packung wieder benutzen, meist 24 Stunden oder länger. Danach Ecken mit Silikon verfugen.

Typische Fehler

  • Fugen nur oberflächlich ankratzen – der neue Mörtel hält auf einer dünnen Schicht nicht.
  • Mit Wasser im Schwamm nachspülen, bevor der Mörtel angezogen hat – die Fugen werden ausgewaschen und fleckig.
  • Ecken mit Fugenmörtel statt Silikon füllen – dort reißt es durch Bewegung.
  • Mit dem Multitool die Fliesenkante abplatzen lassen.

Profi-Tipps

  • Vorher an einer unauffälligen Stelle eine kleine Probefläche machen, um Farbe und Abwaschzeitpunkt zu testen.
  • Für Duschbereiche gibt es besonders wasserabweisende Fugenmörtel; Epoxidharzfugen sind sehr dicht, aber für Laien schwer zu verarbeiten.
  • Abschnittsweise arbeiten: lieber 1 m² komplett fertig als die ganze Wand halb.

Sicherheit

  • Beim Auskratzen Schutzbrille und FFP2-Maske tragen – feiner Staub entsteht.
  • Zementhaltiger Mörtel ist alkalisch: Handschuhe tragen, Spritzer in den Augen sofort mit Wasser ausspülen.
  • In Altbauten kann alter Fliesenkleber Asbest enthalten – bei sehr alten Fliesen und dunklem Kleber nicht großflächig schleifen, sondern prüfen lassen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei losen, hohl klingenden Fliesen, Feuchteflecken hinter der Wand oder wenn die Abdichtung beim Auskratzen beschädigt wurde.