Mach's einfach selbst! In der App öffnen

Bad & Sanitär

Tropfenden Wasserhahn reparieren

Tropft der Hahn auch zugedreht, ist meist die Dichtung (Zweigriff) oder die Kartusche (Einhebel) verschlissen.

Eine ganze Familie sitzt nachts hellwach im Bett und zählt im Takt eines tropfenden Wasserhahns mit, der Hund hält sich die Ohren zu.
Schwierigkeit
mittel
Zeitaufwand
30–60 Min.
Kostenrahmen
5–60 € (Dichtung bzw. Kartusche)
Schritte
9

Kann ich das selbst machen?

Ampel grün: Ja. Kleinreparatur, die viele Mieter selbst erledigen; die Kosten trägt je nach Mietvertrag oft der Vermieter – vorher klären.

Werkzeug

Werbung: Links „bei Amazon ansehen“ sind Partnerlinks. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Werkzeug-Grundausstattung mit Preisspannen ansehen

Material

  • Zweigriff: passendes Ventil-Oberteil oder Kopfstückdichtung
  • Einhebel: Ersatzkartusche passend zum Armaturenmodell
  • Armaturenfett (für Trinkwasser geeignet)

Schritt für Schritt: Tropfenden Wasserhahn reparieren

  1. Bauart erkennen

    Zwei Drehgriffe (warm/kalt) = Ventil-Oberteil mit Dichtung. Ein Hebel für Menge und Temperatur = Kartusche. Bei der Einhebelarmatur Hersteller und Modell notieren oder fotografieren.

  2. Wasser absperren

    Eckventile unter dem Becken schließen und den Hahn öffnen, bis kein Wasser mehr kommt. Abfluss mit einem Stopfen oder Tuch verschließen, damit keine Kleinteile hineinfallen.

  3. Griff abnehmen

    Die farbige Abdeckkappe vorsichtig abhebeln. Darunter sitzt eine Schraube, oft ein Innensechskant. Schraube lösen und Griff bzw. Hebel abziehen.

    EXPLOSIONSZEICHNUNGHebel + AbdeckkappeBefestigungsschraubeAbdeckhülseÜberwurfmutterKartuscheOriginal mitnehmenArmaturkörper
  4. Oberteil oder Kartusche ausbauen

    Ggf. Abdeckhülse abschrauben. Dann die Mutter des Oberteils bzw. der Kartusche mit dem Schlüssel lösen. Chrom mit einem Tuch schützen.

  5. Zweigriff: Dichtung tauschen

    Am Oberteil die Gummidichtung unten (Kopfstückdichtung) abziehen und eine neue gleicher Größe aufdrücken. Ist das Oberteil verkalkt oder schwergängig, gleich ein komplettes neues Oberteil einsetzen.

  6. Einhebel: Kartusche tauschen

    Alte Kartusche gerade herausziehen und mit zum Händler nehmen. Neue Kartusche so einsetzen, dass die Führungsnasen in die Aussparungen im Armaturkörper greifen.

  7. Sitz reinigen

    Ventilsitz bzw. Kartuschenaufnahme mit einem Tuch von Kalk und Schmutz befreien. Neue Dichtungen dünn mit Armaturenfett einreiben.

  8. Zusammenbauen

    In umgekehrter Reihenfolge montieren. Mutter fest, aber ohne Gewalt anziehen. Kartuschen und Oberteile sind aus Messing oder Kunststoff und brechen bei zu viel Kraft.

  9. Wasser öffnen und testen

    Eckventile langsam aufdrehen, Hahn mehrfach betätigen und kontrollieren, ob er zugedreht dicht bleibt und am Griff nichts austritt.

Typische Fehler

  • Wasser nicht abgesperrt – beim Lösen der Kartusche spritzt es mit vollem Leitungsdruck heraus.
  • Kartusche nach Augenmaß gekauft – es gibt sehr viele Bauformen; ohne Modellangabe oder Original passt sie oft nicht.
  • Mit der Zange direkt auf den Chrom – das hinterlässt Kratzer und Dellen.
  • Kleinteile fallen in den offenen Abfluss.

Profi-Tipps

  • Bei älteren, günstigen Einhebelarmaturen kostet eine Kartusche manchmal fast so viel wie eine neue Armatur – dann lohnt der Komplett-Tausch.
  • Ist das Wasser kalkhaltig, verlängert regelmäßiges Entkalken des Perlators die Lebensdauer.
  • Teile in der Reihenfolge des Ausbaus auf ein Tuch legen.

Sicherheit

  • Vor dem Öffnen sicherstellen, dass beide Eckventile wirklich dicht sind.
  • Tropft es nicht am Auslauf, sondern unter dem Becken oder am Armaturkörper, ist es keine Dichtungsfrage – Ursache suchen, bevor Wasser in den Unterschrank läuft.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Wenn das Oberteil festgegammelt ist, der Armaturkörper Haarrisse hat oder es sich um eine Unterputzarmatur in der Dusche handelt, bei der Teile in der Wand sitzen.