Silikonfuge erneuern
Alte, schimmlige oder rissige Fugen an Wanne, Dusche und Waschtisch sauber ersetzen.

- Schwierigkeit
- leicht
- Zeitaufwand
- 1–2 Std. + 24 Std. Trocknen
- Kostenrahmen
- 15–35 €
- Schritte
- 10
Kann ich das selbst machen?
Ampel grün: Ja. Typische Heimwerkerarbeit. In der Mietwohnung ist die Erneuerung meist Sache des Vermieters – vorher kurz absprechen.
Werkzeug
- Cuttermesser oder Fugenmesser bei Amazon ansehen Werbung
- Kunststoff-Schaber oder Fugenkratzer bei Amazon ansehen Werbung
- Kartuschenpresse bei Amazon ansehen Werbung
- Fugenglätter (Kunststoff-Abziehprofil) bei Amazon ansehen Werbung
- Sprühflasche
- Fusselfreie Tücher
Werbung: Links „bei Amazon ansehen“ sind Partnerlinks. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Material
- Sanitär-Silikon mit Fungizid (1 Kartusche reicht für ca. 10–15 m Fuge)
- Silikonentferner
- Spiritus oder Isopropanol zum Entfetten
- Malerkrepp / Abklebeband
- Glättmittel (oder Wasser mit wenig Spülmittel)
- ggf. Rundschnur (Hinterfüllprofil) bei tiefen Fugen
Schritt für Schritt: Silikonfuge erneuern
Altes Silikon herausschneiden
Das Silikon mit dem Cutter entlang beider Flanken einschneiden und als Streifen herausziehen. Klinge flach halten, damit Wanne und Glasur nicht verkratzen.
Reste restlos entfernen
Rückstände mit Schaber und Silikonentferner lösen. Neues Silikon haftet auf alten Resten nicht – hier entscheidet sich, ob die Fuge hält.
Reinigen, entfetten, trocknen lassen
Fuge mit Spiritus oder Isopropanol abwischen. Schimmel vorher gründlich entfernen. Danach mindestens einige Stunden, besser über Nacht vollständig trocknen lassen.
Badewanne mit Wasser füllen
Die Wanne vor dem Verfugen mit Wasser füllen. Sie senkt sich dabei minimal ab – so reißt die neue Fuge später nicht, wenn jemand in der Wanne steht. Wasser erst nach dem Aushärten ablassen.
Beidseitig abkleben
Krepp in 4–6 mm Abstand zur Ecke auf Wand und Wannenrand kleben. Das ergibt eine gleichmäßige, gerade Fuge.
Kartusche vorbereiten
Kartusche aufschneiden, Spitze aufschrauben und schräg so anschneiden, dass die Öffnung etwa der Fugenbreite entspricht.
Silikon gleichmäßig einspritzen
Presse im flachen Winkel ziehen und gleichmäßig drücken, ohne abzusetzen. Lieber etwas zu viel als Lücken.
Einsprühen und abziehen
Fuge und Ränder mit Glättmittel einsprühen, dann mit dem Fugenglätter in einem Zug abziehen. Überschuss am Glätter immer wieder abwischen.
Klebeband sofort abziehen
Das Band direkt danach im flachen Winkel von der Fuge weg abziehen – solange das Silikon noch frisch ist. Nach der Hautbildung (meist 5–15 Min.) reißen die Kanten aus.
Aushärten lassen
Mindestens 24 Stunden kein Wasser an die Fuge, gut lüften. Silikon härtet von außen nach innen, nach Herstellerangabe etwa 2 mm pro Tag.
Typische Fehler
- Neues Silikon auf alte Reste – die Fuge löst sich nach wenigen Wochen.
- Acryl statt Silikon im Nassbereich – Acryl ist für trockene, überstreichbare Fugen.
- Zu viel Spülmittel im Glättmittel – das Silikon haftet an den Rändern schlecht.
- Tiefe Fugen randvoll füllen – Silikon soll nur an zwei Flanken haften. Bei tiefen Fugen erst eine Rundschnur einlegen.
- Feuchter Untergrund – die Fuge haftet nicht und schimmelt schnell wieder.
Profi-Tipps
- Glättmittel lässt sich mit etwas Spülmittel in Wasser selbst mischen: wenige Tropfen genügen.
- Farbe passend zur Fugenfarbe wählen; Transparent vergilbt mit der Zeit.
- Angebrochene Kartusche mit einem Nagel oder einer Schraube in der Spitze verschließen.
Sicherheit
- Beim Arbeiten mit Silikonentferner und frischem Silikon gut lüften.
- Schimmel, der hinter der Fuge oder großflächig an der Wand sitzt, deutet auf ein Feuchteproblem – Ursache klären lassen, statt nur neu zu verfugen.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Wenn Wasser bereits hinter Fliesen oder unter die Wanne gelaufen ist (lose Fliesen, Flecken an der Decke darunter).