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Bad & Sanitär

WC-Spülkasten reparieren

Läuft das WC ständig nach oder spült es nicht mehr, liegt es fast immer am Füllventil oder an der Dichtung des Ablaufventils.

Ein Mann sitzt mit Kopfhörern und Taschenlampe im Bad wie ein U-Boot-Funker und lauscht konzentriert dem leisen Rinnen im Spülkasten.
Schwierigkeit
mittel
Zeitaufwand
30–90 Min.
Kostenrahmen
10–40 € (Dichtung, Füll- oder Ablaufventil)
Schritte
8

Kann ich das selbst machen?

Ampel grün: Ja. Ersatzteile sind meist herstellerspezifisch. Mieter: Vermieter informieren; ein Defekt ist in der Regel seine Sache.

Werkzeug

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Material

  • Ersatzdichtung für das Ablaufventil oder komplettes Ablaufventil
  • ggf. neues Füllventil
  • Essig oder Zitronensäure zum Entkalken

Schritt für Schritt: WC-Spülkasten reparieren

  1. Bauart klären

    Aufputz-Spülkasten: Deckel lässt sich abheben. Unterputz-Spülkasten (in der Wand): Drückerplatte abnehmen, dahinter liegt die Revisionsöffnung. Typenschild oder Hersteller notieren.

  2. Wasser absperren

    Eckventil am Spülkasten bzw. das Absperrventil in der Revisionsöffnung schließen. Einmal spülen, Restwasser mit dem Schwamm aufnehmen.

  3. Fehler eingrenzen

    Läuft Wasser oben ins Überlaufrohr, schließt das Füllventil nicht. Liegt der Wasserstand unter dem Überlauf und es rinnt trotzdem, ist die Dichtung am Ablaufventil undicht.

    SPÜLKASTEN INNENÜberlaufrohrWasserstandSchwimmerFüllventilAblaufdichtungZulaufzum WC
  4. Füllventil prüfen

    Schwimmer auf Leichtgängigkeit prüfen und den Wasserstand am Füllventil laut Hersteller etwas tiefer einstellen. Verkalkte Ventile lassen sich oft zerlegen und reinigen, sonst tauschen.

  5. Ablaufdichtung tauschen

    Ablaufventil (Glocke) nach Herstellerangabe herausdrehen oder aushaken. Die Gummidichtung unten abziehen, Dichtsitz reinigen und neue Dichtung gleicher Größe aufsetzen.

  6. Spült nicht: Mechanik prüfen

    Ist die Verbindung zwischen Drücker und Ablaufventil (Seilzug, Hebel, Stange) ausgehakt oder gebrochen, wieder einhängen oder das Teil ersetzen. Auch prüfen, ob das Absperrventil überhaupt offen ist.

  7. Entkalken

    Verkalkte Kunststoffteile einige Stunden in verdünnte Essig- oder Zitronensäurelösung legen und danach gut abspülen.

  8. Zusammenbauen und testen

    Teile einsetzen, Wasser öffnen und den Spülkasten füllen lassen. Mehrmals spülen und nach dem Befüllen zehn Minuten beobachten, ob noch Wasser in die Schüssel rinnt.

Typische Fehler

  • Universal-Ersatzteile ohne Abgleich kaufen – Ablaufventile sind je Hersteller und Baujahr verschieden.
  • Den Wasserstand höher als die Markierung einstellen – dann läuft es dauerhaft über den Überlauf.
  • Den Deckel bei Aufputzkästen fallen lassen – Keramikdeckel brechen leicht.
  • Dichtsitz nicht reinigen – auch die neue Dichtung bleibt dann undicht.

Profi-Tipps

  • Ob es nachläuft, zeigt ein Stück Toilettenpapier an der Rückwand der Schüssel: Wird es nach einiger Zeit feucht, rinnt Wasser nach.
  • Ein nachlaufendes WC kann über das Jahr viele Kubikmeter Wasser kosten – Reparatur lohnt sich schnell.
  • Beim Unterputzkasten das Modell anhand der Drückerplatte bestimmen; Hersteller bieten oft Ersatzteilfinder an.

Sicherheit

  • Keine Teile des Unterputz-Spülkastens hinter der Revisionsöffnung herausbrechen – der Kasten sitzt fest in der Wand.
  • Entkalker nicht mit chlorhaltigen WC-Reinigern mischen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Wenn der Spülkasten selbst Risse hat, Wasser hinter der Vorwand austritt oder die Ersatzteile für einen alten Unterputzkasten nicht mehr erhältlich sind.