Raufaser tapezieren
Raufaser gerade und ohne Blasen an die Wand bringen – die klassische, überstreichbare Papiertapete.

- Schwierigkeit
- mittel
- Zeitaufwand
- ca. 1 Tag pro Raum (+ Streichen)
- Kostenrahmen
- 30–80 € pro Raum
- Schritte
- 10
Kann ich das selbst machen?
Ampel grün: Ja. Mit etwas Übung gut machbar, zu zweit geht es leichter. Mieter: Regeln zu Schönheitsreparaturen im Mietvertrag beachten.
Werkzeug
- Tapeziertisch
- Kleisterbürste oder breiter Quast
- Tapezierbürste oder Andrückrolle
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Material
- Raufaser (Körnung nach Geschmack; Rollen mit Reserve)
- Tapetenkleister für Papiertapeten
- ggf. Tiefgrund für stark saugende Wände
- Spachtelmasse für Löcher
Schritt für Schritt: Raufaser tapezieren
Wand vorbereiten
Alte Tapete entfernen, Löcher spachteln, Wand glatt schleifen. Stark saugende oder sandende Flächen grundieren. Sicherung aus und Abdeckungen von Steckdosen und Schaltern abschrauben.
Kleister anrühren
Kleister nach Packungsangabe ins Wasser einrühren und quellen lassen, meist etwa 20–30 Min. Danach nochmals umrühren, damit keine Klümpchen bleiben.
Bahnen zuschneiden
Raumhöhe messen und Bahnen mit etwa 5–10 cm Zugabe zuschneiden. Bahnen auf dem Tisch nummerieren, damit sie in Reihenfolge an die Wand kommen.
Einkleistern und weichen lassen
Bahn gleichmäßig bis an die Ränder einkleistern, beide Enden zur Mitte falten – Kleister auf Kleister. Weichzeit laut Packung einhalten und für alle Bahnen gleich lang halten, sonst werden sie unterschiedlich breit.
Erste Bahn am Lot
Von der Ecke aus die Bahnbreite minus etwa 1 cm abmessen und dort mit Wasserwaage oder Lot eine senkrechte Linie ziehen. Die erste Bahn an diese Linie setzen – sie bestimmt, ob alle weiteren gerade werden.
Bahn andrücken
Oben anlegen, mit der Bürste von der Mitte nach außen und oben nach unten Luftblasen herausstreichen. Nicht zu fest drücken, sonst verzieht sich das nasse Papier.
Oben und unten abschneiden
Mit dem Spachtel in die Kante zu Decke und Fußleiste drücken und mit dem Cutter entlang schneiden. Klinge oft abbrechen – stumpfe Klingen reißen nasses Papier.
Stoß an Stoß weiter
Die nächsten Bahnen genau an die vorige anstoßen, nicht überlappen. Kleisterreste sofort mit feuchtem Schwamm abnehmen.
Ecken und Steckdosen
In Innenecken die Bahn knapp um die Ecke führen und die nächste neu am Lot ansetzen. An Steckdosen ein Kreuz einschneiden und überstehendes Papier wegschneiden.
Trocknen und streichen
Bei normaler Raumtemperatur ohne Zugluft trocknen lassen, meist über Nacht. Danach wie gewohnt streichen.
Typische Fehler
- Unterschiedliche Weichzeiten – Bahnen dehnen sich verschieden und die Stöße klaffen.
- Erste Bahn nicht ausgelotet – alle folgenden Bahnen laufen schief.
- Zugluft oder Heizung voll an – die Tapete trocknet zu schnell und reißt an den Stößen auf.
- Blasen gleich aufstechen – kleine Blasen verschwinden oft beim Trocknen von selbst.
Profi-Tipps
- Einen Tapeziertisch mit feuchtem Tuch abwischen, bevor die nächste Bahn draufkommt – sonst klebt Kleister auf der Sichtseite.
- Rollen derselben Anfertigungsnummer kaufen; Körnung und Farbe können leicht abweichen.
- Über Türen und Fenstern Reststücke verwenden.
Sicherheit
- Steckdosen und Schalter nur bei abgeschalteter Sicherung öffnen; nasse Tapete und Strom vertragen sich nicht.
- Leiter standsicher aufstellen.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei sehr unebenen, bröselnden oder feuchten Wänden – dann muss zuerst der Untergrund saniert werden.
Passender Rechner: Tapete – Rollen nach Raumhöhe und Rapport