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Wände & Decken

Tapete entfernen

Alte Tapeten mit Wasser, Igel und Spachtel lösen – ohne den Putz darunter zu beschädigen.

Heimwerker zieht an einer Tapetenecke und hält plötzlich die komplette Wandtapete in einem Stück in den Händen, als hätte er einen Vorhang aufgezogen.
Schwierigkeit
leicht
Zeitaufwand
½–1 Tag pro Raum
Kostenrahmen
10–40 €
Schritte
8

Kann ich das selbst machen?

Ampel grün: Ja. Mühsam, aber einfach. Mieter: bei Auszug meist nur nötig, wenn der Mietvertrag es wirksam verlangt – im Zweifel prüfen.

Werkzeug

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Material

  • Warmes Wasser mit etwas Spülmittel oder Tapetenlöser
  • Abdeckfolie und Malervlies
  • Malerkrepp
  • Müllsäcke

Schritt für Schritt: Tapete entfernen

  1. Strom und Boden sichern

    Sicherung der Steckdosen ausschalten und die Abdeckungen abschrauben oder dicht abkleben. Boden mit Folie und Vlies schützen – das Wasser läuft an der Wand herunter.

  2. Tapete prüfen

    Eine Ecke anheben und probieren. Vinyl- und viele Vliestapeten lassen sich trocken abziehen: Erst die obere Schicht trocken ab, dann die Trägerschicht einweichen.

  3. Perforieren

    Mit dem Igel über die Tapete rollen, damit das Wasser durch beschichtete oder mehrfach gestrichene Tapeten dringt. Nur leicht drücken, um den Putz nicht zu ritzen.

  4. Einweichen

    Wasser mit etwas Spülmittel oder Tapetenlöser satt auftragen. Je nach Tapete etwa 15–30 Min. einwirken lassen und bei Bedarf nachnässen.

  5. Abschaben

    Mit dem Spachtel flach von unten unter die Tapete fahren und Bahnen abschieben. Den Spachtel flach halten, damit keine Furchen im Putz entstehen.

  6. Hartnäckige Stellen dämpfen

    Mehrlagige oder oft überstrichene Tapeten mit dem Dampfgerät abschnittsweise erweichen und sofort abschaben.

  7. Reste abwaschen

    Kleister- und Papierreste mit warmem Wasser und Schwamm abwaschen. Die Wand vor dem Weiterarbeiten gut trocknen lassen.

  8. Wand begutachten

    Lose Putzstellen, Löcher und Risse markieren und später spachteln. Kreidende Flächen vor dem neuen Tapezieren grundieren.

Typische Fehler

  • Zu früh schaben – die Tapete reißt in kleinen Fetzen und der Putz leidet.
  • Spachtel steil ansetzen – tiefe Kratzer im Putz, die gespachtelt werden müssen.
  • Auf Gipskarton zu viel Wasser – der Karton weicht auf; dort sparsam nässen und vorsichtig arbeiten.
  • Steckdosen nass machen, ohne die Sicherung auszuschalten.

Profi-Tipps

  • Immer nur eine Wand einweichen, die du auch zügig abschaben kannst.
  • Ein paar Tropfen Spülmittel im Wasser helfen, dass es besser in die Tapete zieht.
  • Den Abfall gleich in Säcke geben – nasse Tapetenreste kleben sonst überall fest.

Sicherheit

  • Vor dem Nässen die Sicherung der betroffenen Steckdosen und Schalter ausschalten.
  • Beim Dampfgerät heißen Dampf und Kondenswasser beachten, Handschuhe tragen.
  • In Gebäuden vor etwa 1993 können alte Spachtelmassen und Kleber unter der Tapete Asbest enthalten – bei Verdacht nicht schleifen oder abstemmen, sondern prüfen lassen.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Wenn unter der Tapete großflächig loser Putz, Schimmel oder Verdacht auf asbesthaltige Spachtelmassen auftaucht.