Trockenbauwand stellen (Ständerwerk)
Eine nichttragende Trennwand aus Metallständern und Gipskartonplatten aufbauen – zum Beispiel für ein zusätzliches Zimmer.

- Schwierigkeit
- schwer
- Zeitaufwand
- 1–2 Tage für ca. 10 m² (+ Spachteln)
- Kostenrahmen
- 25–45 € pro m² Material
- Schritte
- 10
Kann ich das selbst machen?
Ampel gelb: Mit Erfahrung machbar. Bei Brand- oder Schallschutzanforderungen, Türen und Leitungen sind Fachleute gefragt. Mieter: nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters.
Werkzeug
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- Blechschere oder Kappsäge mit Metallblatt
- Profilzange (Crimpzange) oder Blechschrauben
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- Kantenhobel
- Plattenheber
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Material
- UW-Profile (Boden/Decke) und CW-Profile (Ständer), meist 50 oder 75 mm
- Dichtungsband für Anschlussprofile
- Befestigungsmittel passend zum Untergrund (z. B. Nageldübel)
- Gipskartonplatten 12,5 mm
- Schnellbauschrauben (z. B. 25 mm bei einlagiger Beplankung)
- Mineralwolle-Dämmung für Schallschutz
- Fugenspachtel und ggf. Bewehrungsstreifen
Schritt für Schritt: Trockenbauwand stellen (Ständerwerk)
Planen und klären
Lage der Wand, Türöffnung und Leitungen festlegen. Die Wand muss nichttragend sein und darf keine Last aus der Decke aufnehmen. Bei Holzbalkendecken prüfen lassen, ob die Decke das zusätzliche Gewicht trägt.
Wandverlauf anzeichnen
Mit Laser oder Schlagschnur die Linie auf Boden, Decke und angrenzenden Wänden anzeichnen. Die Linien müssen genau senkrecht übereinanderliegen.
UW-Profile montieren
Dichtungsband auf die Rückseite kleben, Profile an Boden und Decke ausrichten und befestigen – Abstand der Befestigungspunkte laut Systemanleitung, in der Regel höchstens etwa 1 m.
Wandanschluss-Profile
An den angrenzenden Wänden je ein CW-Profil mit Dichtungsband anschrauben bzw. andübeln.
Ständer stellen
CW-Profile etwa 1 cm kürzer als die Raumhöhe ablängen, in die UW-Profile einstellen und senkrecht ausrichten. Achsabstand meist 62,5 cm, damit die Plattenstöße auf einem Ständer liegen. Die offene Seite zeigt immer in dieselbe Richtung.
Türöffnung vorsehen
Für Türen verstärkte Profile (UA-Profile) und einen Sturz nach Systemanleitung einbauen. Normale CW-Profile tragen eine Tür auf Dauer nicht.
Erste Seite beplanken
Platten etwa 1 cm kürzer als die Raumhöhe zuschneiden und mit dem Plattenheber gegen die Decke drücken. Mit Schnellbauschrauben im Abstand von höchstens etwa 25 cm auf die Ständer schrauben, Schraubenköpfe knapp versenkt.
Leitungen und Dämmung
Leerrohre für spätere Elektroleitungen durch die Profilaussparungen führen – Anschluss nur durch den Elektriker. Dann den Hohlraum lückenlos mit Mineralwolle füllen.
Zweite Seite beplanken
Die Platten der zweiten Seite um einen Ständer versetzt anordnen, damit die Stöße nicht auf beiden Seiten am gleichen Profil liegen.
Verspachteln
Fugen und Schraubköpfe verspachteln, meist in Qualitätsstufe Q2 – siehe Anleitung „Gipskartonplatten verspachteln“.
Typische Fehler
- Profile ohne Dichtungsband – Schall und Risse an den Anschlüssen.
- CW-Profile auf volle Raumhöhe – bei Deckendurchbiegung wird die Wand belastet und reißt.
- Schrauben zu tief – der Karton reißt und die Schraube hält nicht mehr.
- Türöffnung mit normalen Ständern – die Tür lockert sich und die Fugen reißen.
Profi-Tipps
- Für Hängeschränke oder Waschbecken vorab Holz- oder Traversen in das Ständerwerk einbauen und die Lage notieren.
- Im Bad imprägnierte Platten (meist grün, Typ H2) verwenden.
- Ein Foto des offenen Ständerwerks mit Zollstock hilft später, Profile und Leitungen wiederzufinden.
Sicherheit
- Beim Zuschneiden von Profilen Handschuhe tragen – Blechkanten sind scharf.
- Beim Verarbeiten von Mineralwolle Handschuhe, langärmelige Kleidung, Schutzbrille und Staubmaske tragen.
- Elektroleitungen in der Wand nur vom Elektrofachbetrieb anschließen lassen.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist: Bei Anforderungen an Brand- oder Schallschutz (z. B. Wohnungstrennwand, Flucht- und Rettungsweg), bei Wänden über ca. 3 m Höhe, auf Holzbalkendecken oder wenn die Wand eine Baugenehmigung berührt.
Passender Rechner: Gipskarton & Profile – Platten, Profile und Schrauben für eine Wand